Lampen heute und nach 2016

Wenn Sie sich heute eine neue Leuchte kaufen, renovieren oder eine ganze Wohnung einrichten, dann stellt sich gleich die Frage nach der Lichttechnik. Bei den einzelnen Lichtdesigns geht es immer um das passende Licht für einen bestimmten Raum. Doch gibt es die passende Lampe auch noch in ein oder zwei Jahren zu kaufen? Oder muss ich mir dann eine neue Leuchte kaufen? Welche Lampen und Lichttechnik es über das Jahr 2016 hinaus noch auf dem Markt geben wird und worin derzeit noch Unklarheit besteht, darauf geht dieser Artikel ein. Außerdem werden Ersatzlösungen betrachtet, ob es sie heute bereits gibt und worauf zu achten ist.

Lichttechnik – Antworten

Mit der EU-Richtlinie von 2009 begann die schrittweise Ausphasung der Glühlampen im europäischen Markt. Grund dafür ist die schlechte Energieeffizienz der Glühlampe, die einen Großteil der Energie in Wärme statt in sichtbares Licht umwandelt. Mittlerweile sind keine klassischen Glühlampen mehr erhältlich, Ende 2012 wurden die letzten vom Markt genommen. Und es wurden Energieeffizienz-Klassen eingeführt. Diese regeln, welche Lampen es in Zukunft noch geben wird. Allerdings gibt es Klarheit und Antworten bisher nur für Lampen, die ihr Licht in alle Richtungen abstrahlen. Die Richtlinie von 2009 beschäftigte sich nur mit den allseitig abstrahlenden Lampen und nahm Reflektorlampen für gerichtetes Licht aus.

Seit September 2012 sind nur noch allseitig abstrahlende Lampen mit Energieeffizienzklasse C oder besser (B oder A) erlaubt.

Ab September 2016 sind nur noch allseitig abstrahlende Lampen mit Energieeffzienzklasse B oder A erlaubt.
Zwei Ausnahmen dürfen auch nach 2016 mit Klasse C verkauft werden: Hochvolt-Halogenlampen mit Sockel G9 und Sockel R7s.

Halogenlampe G9

G9

Halogenlampe R7s

R7s

Konkret bedeutet dies, es wird nach 2106 keine Halogenlampen in eine klassische Glühlampenform eingebaut mehr geben. Diese Formen mit E27 und E14 – Sockel gibt es dann nur noch in Energiespar- oder LED-Technik. Dagegen wird es Hochvolt-Halogenlampen mit G9 – und R7s-Sockel weiterhin geben. Von beiden Typen sind bereits Produkte mit Effizienzklasse C auf dem Markt, die Versorgung für solche Leuchten ist also gesichert. Andere Formen ringsum abstrahlender Halogenlampen in Hochvolt- oder Niedervolttechnik außer der G9 und R7s werden nach 2016 nicht mehr erhältlich sein. Die Anforderung einer Energieeffizienzklasse B kann mit Halogentechnik schwerlich realisiert werden.

Lichttechnik – Fragen

Am 12.12.2012 erließ die EU eine neue Verordnung, diesmal für alle Reflektorlampen und LED-Lampen. Darin sind wiederum Effizienzanforderungen definiert, die darüber entscheiden, welche Lampen es nach 2016 noch geben wird.

Mit den definierten Energieanforderungen allein lässt sich derzeit nicht sagen, für welche Lampen dies genau zutrifft. Die Industrie ist nun aufgefordert zu benennen, welche Produkte die Effizienzanforderungen schaffen. Erst danach gibt es Klarheit. Allerdings soll die erste Ausphasung der ineffizientesten Reflektorlampen bereits wieder im September 2013 vollzogen werden. Viel Zeit bleibt damit nicht und für die Verbraucher ist die Situation momentan unklar und unbefriedigend.

Sicher ist, dass es weiter LED-Lampen für die verschiedenen Fassungen geben wird. Sollten heute am Markt verfügbare Produkte zukünftig nicht mehr den nun definierten Anforderungen der EU-Verordnung genügen, ist es mit der sich noch ständig weiterentwickelnden LED-Technik möglich, die Produkte weiterzuentwickeln. Da sich die LED-Technik immer noch sehr schnell entwickelt, rate ich, Ratgeber wie die Stiftung Warentest oder von Verbraucherzentralen heranzuziehen, um wirklich gute aber auch aktuelle Produkte zu kaufen. Auch die Bewertungen bei den Internethändlern bieten neben den neutralen Tests gute Orientierung.

Ganz anders sieht es bei den äußerst beliebten Halogen-Spots aus. Auch wenn es noch nicht ganz sicher ist, so muss davon ausgegangen werden, dass auch die Halogen-Spots nach und nach verboten werden. Das gilt sowohl für Halogen-Spots in Hochvolt- als auch in Niedervolttechnik. Welche Produkte im Detail 2013, 2014 oder 2016 ausgephast werden, ist noch offen.

Halogen oder LED – gleich umsteigen oder später?

Bei der Inneneinrichtung einer neuen Wohnung oder beim Kauf einer neuen Leuchte würde ich wegen dem vorhersehbaren Verbot nicht mehr zu Halogen-Spots raten. Aus Kostengründen kann man schon noch die Leuchte mit Halogen-Spots wählen, weil es bereits Alternativen in LED-Technik gibt. Lichttechnisch richtig hochwertige und schöne LED-Spots als Ersatz für die Halogen-Spots sind noch rar, kommen aber gerade nach und nach auf den Markt. Ich bevorzuge dabei immer sogenannte Multichip-Lösungen, diese ergeben einfach das bessere Licht.

Bei dieser Variante, eine Leuchte mit Halogen-Spots erst später auf LED-Spots umzurüsten, würde ich eher zur Hochvolt-Technik raten. Leuchten mit Niedervolt-Halogen-Spots sind mit einem Trafo ausgestattet, der die Spannung von 12 oder 24 Volt einstellt. Jede LED-Lampe enthält Elektronik, ist diese nicht abgestimmt auf den Trafo der Leuchte, dann kann es zu Problemen kommen. Spätestens beim Dimmen treten meist Schwierigkeiten auf, weil es die unterschiedlichsten Trafos und Dimmer gibt. Bei der Hochvolt-Technik enthält die Leuchte keinen Trafo, es kann also zu keinem Problem zwischen Leuchten-Elektronik und Lampen-Elektronik kommen.

Wie ist die Situation bei den eingangs erwähnten Hochvolt-Halogenlampen mit Sockel G9 und R7s? Aktuell gibt es dafür keine wirklich empfehlenswerten Ersatzlösungen in LED-Technik. Das wird sich sicher ändern, der Druck ist aber nicht so groß, weil es ja weiterhin Halogenlampen zu kaufen geben wird. Sie gehen also kein Risiko ein, plötzlich keine Lampe mehr kaufen zu können. Dagegen stellt sich eher die Frage der Energieeffizienz. Wenn Sie heute mit einer neuen Halogenleuchte liebäugeln, die eine G9 oder R7s Lampe enthält, vergleichen Sie diese bitte mit einer LED-Leuchte. Für diese Art von Lichtverteilung, die z.B. mit R7s-Leuchten erzielt werden gibt es bereits hochwertige LED-Leuchten, die schönes Licht liefern. Allerdings kann man bei diesen Leuchten nicht hin-und-herwechseln zwischen Halogenlampe und LED. Die LED-Technik ist meist fest in die Leuchte integriert und selbst wenn sie auswechselbar ist, dann immer in einer nicht genormten, herstellerabhängigen Form. Von der Lebensdauer her ist das kein Problem, da die LED-Leuchte je nach Hersteller 20.000 bis 40.000 Stunden hält und damit 10 bis 20 Mal so lange wie eine Halogenlampe.

Fazit – Was kommt, was bleibt?

Das bleibt:

  • Hochvolt-Halogen mit Sockel G9 und R7s
  • LED-Lampen
  • Energiesparlampen

Das geht:

  • Halogen in Glühlampenform für E27 und E14-Sockel
  • Halogen-Spots

Das kommt:

  • Bessere LED-Spots mit Multichip-LED (erkennbar an einem gelben, leuchtenden Kreis)

 

Auch mit der neuen EU-Verordnung wird es keinen Mangel an Wohlfühllicht für die private Inneneinrichtung geben. Insgesamt ist die Situation momentan noch unübersichtlich. Die beste Kombination für schönes Lichtdesign besteht aus unterschiedlichen Lichtquellen und Lichtverteilungen. Bisher waren Halogenlampen für alle Fälle bestens geeignet, sinnvollerweise noch ergänzt um Energiesparlampen. Das hat sich bereits geändert. An die Stelle der Halogenlampe tritt LED-Licht, als LED-Leuchte oder auswechselbare LED-Lampe. Der aktuelle Dreiklang aus LED-Licht, Energiesparlampe und Halogen wird sich immer stärker in Richtung LED und Energiesparlampe verschieben.