Hilfreiche Informationen für gutes Licht

EnergieeffizienzlabelGute Nachrichten für Verbraucher aus Brüssel. Endlich werden die Informationen auf Lampen (ab September 2013) und Leuchten (ab März 2014) verbessert und vereinheitlicht. Dringend notwendig, nachdem durch das Ausphasen der Glühlampe die einfache Zuordnung von elektrischer Leistung und Lichtmenge nicht mehr funktioniert. Früher musste man sich – zumindest für Halogen- und Glühlampen – nur die Leistung und die Sockelform merken und schon sah das Licht wieder aus wie gewohnt. Mit Energiesparlampen und LED-Licht sind ein paar zusätzliche Merkmale dazugekommen, die für gutes Licht von Bedeutung sind. Und die Zeiten, in denen eine Lampe wie die andere war, sind vorbei. Eine unüberschaubare Produkt- und Technikvielfalt ist die Folge.

Bisher konnten Produkte verkauft werden, die keinerlei brauchbare Informationen enthielten. Hier schafft eine EU-Verordnung Abhilfe und führt einheitliche und nützliche Informationen für Lampen und Leuchten auf der Verpackung ein. Ein paar Informationen müssen auch auf der Lampe selbst stehen. Und deutlich umfangreichere Informationen müssen im Internet bereitgestellt werden. Qualitätsanbieter machten das bisher schon, die Vereinheitlichung macht es für alle Verbraucher einfacher. Anbieter, die diese Lücke nutzten, um keinerlei oder unvollständige Informationen auf ihren Produkten anzubringen, müssen sich anpassen. Leider gilt dies erst für ab den Stichtagen neu in Verkehr gebrachte Ware. Damit darf Lagerware ohne entsprechende Verpackungsinformationen noch verkauft werden. Es ist also auch nach den Stichtagen noch eine Frage der Zeit, bis die alte Ware verkauft und die neue in den Läden erhältlich sein wird.

Kriterien für gutes Licht

Die wichtigsten Eigenschaften, die man beim Lichtkauf beachten sollte, sind neben der Energieeffizienz

  • der Lichtstrom (Einheit Lumen, abgekürzt lm)
  • die Lichtfarbe (Einheit Kelvin, abgekürzt K)
  • der Farbwiedergabeindex (CRI oder Ra)

Besonders gut ist die Vorgabe, ab September 2013 nur noch LED-Lampen mit einem Farbwiedergabeindex von >= 80 zuzulassen. Das liefert einen wichtigen Beitrag für wohnliches Licht und erleichtert die Orientierung.

Hilfe bei der Übersetzung der vertrauten Glüh- und Halogenlampenwerte bietet eine Lampenauswahlhilfe der EU.

Informationen auf der Lampe ab 1.9.2013

Ab September müssen alle neu an die Händler ausgelieferten Lampen mit gerichtetem Licht (Spotlampen) und alle Arten von LED-Lampen  direkt auf der Lampe selbst drei Informationen aufgedruckt haben:

  • den nominellen Lichtstrom in Lumen
  • die Farbtemperatur in Kelvin
  • den nominellen Halbwertswinkel in °

Der Halbwertswinkel sagt aus, in welchem Kegel das Licht abgegeben wird, ob es sich um eine eng oder weit abstrahlende Lampe handelt.
Ist neben den Informationen zur Sicherheit wie Spannung und Strom zu wenig Platz auf der Lampe für alle diese Informationen, sind auch reduzierte Varianten mit nur einem oder zwei Werten erlaubt.
Bei der Angabe von zwei Werten auf der Lampe müssen Lichtstrom und Farbtemperatur aufgedruckt werden. Bleibt nur Platz für einen Wert, ist der Lichtstrom anzugeben.

Informationen auf der Lampenverpackung ab 1.9.2013

Zusätzlich zu den Informationen auf der Lampe selbst sind wiederum für alle Spotlampen und alle LED-Lampen umfangreiche Informationen auf der Verpackung vorgeschrieben. Dazu gehören der Lichtstrom, die Lebensdauer und Farbtemperatur, Anzahl der Schaltzyklen bis zum vorzeitigen Ausfall, Anlaufzeit bis 60% des Lichtstroms erreicht werden und Angaben zur Dimmbarkeit.

Für alle Lampenarten muss das Energieeffizienzlabel mit Abstufungen von A++ bis E angegeben werden. Das Label enthält auch Angaben zum Energieverbrauch in kWh/1000 h.

Informationen im Internet ab 1.9.2013

Im Internet müssen die bereits für die Verpackung vorgeschriebenen Daten bereitgestellt werden und zusätzlich noch weitere Detailangaben. Die wichtigsten aus dieser umfangreichen Liste sind die Farbwiedergabe, die Farbkonsistenz für LED-Lampen, die Angabe von kompatiblen Dimmern, falls die Lampe nicht mit allen Dimmertypen verträglich ist, sowie die Leistungsaufnahme der Lampe.

Hier kommt endlich auch die Farbwiedergabe vor. Damit sollte es spätestens ab 2014 möglich sein, verlässlich herauszufinden, welchen Farbwiedergabeindex die einzelnen Lampen aufweisen. Die Farbkonsistenz für LED-Lampen bewirkt, dass mehrere Lampen desselben Typs keine zu starken Farbschwankungen untereinander aufweisen dürfen. Für Insider: erlaubt ist eine Abweichung innerhalb einer McAdams-Ellipse von 6 Stufen.

Informationen für LED-Leuchten ab 1.3.2014

Für LED-Leuchten müssen dieselben Angaben wie für die Lampen bereitgestellt werden – auf der Verpackung und im Internet – allerdings erst ab März 2014. Auch das Energieeffizienzlabel ist vorgeschrieben. Es wird zusätzlich Angaben zur Eignung der Leuchte für bestimmte Lampentypen enthalten. Bei Leuchten mit installierten Lampen ist die Lampenverpackung beizulegen oder die geforderten Informationen gesondert anzugeben.

Gutes Licht wird einfacher

Die vielen Informationen dürfen auf den Verpackungen auch mit Symbolen angegeben werden. Allerdings schreibt die Verordnung sehr genau vor, wann ein Wert anzugeben ist, mit welcher Einheit und welcher Genauigkeit. Alles zusammen wird die Orientierung zukünftig einfacher werden. Auch weil nicht alle der detaillierten Informationen immer benötigt werden. Wenn alle LED-Lampen eine Farbwiedergabe von größer/gleich CRI 80 aufweisen, ist nur noch der Lichtstrom und die Lichtfarben, bei Spotlampen noch der Halbwertswinkel von Bedeutung.

Es lohnt sich, auch in der Zwischenzeit bereits nach den entsprechenden Informationen Ausschau zu halten, da die Hersteller zum Teil seit mehreren Monaten ihre Produkte der EU-Verordnung entsprechend umgestellt haben und ab Sommer neue Produkttypen in die Baumärkte kommen. Einige Beispiele für LED-Lampen zeigen, dass es auch aktuell bereits sinnvolle Informationen zu LED-Lampen gibt:
LED-Lampen von verbatim
LED-Lampe von conrad

Zukünftig wird es einheitlicher und einfacher vergleichbar, ein echter Gewinn.