Mit Licht einrichten: Lichtdesign für die Wohnküche

Teil 2: Lichtberatung für das Esszimmer. Zweiter Teil des Beitrags über eine Wohnküche, dieses Mal steht der an die Küche angrenzende Essbereich im Mittelpunkt.

Im ersten Teil wurde die Lichtplanung für eine offene Küche in U-Form erklärt.

Raumdaten und Simulation

Raumhöhe 2,4 m bis 2,7 m
Abmessungen des Essbereichs 5,1 m x 3,5 m mit 2 Türen zum Flur und zum Wohnzimmer

Grundriss Wohnkueche EssbereichDer Essbereich grenzt in dem offenen Grundriss unmittelbar an die Küche aus dem vorangegangenen Beitrag an. Alle Ergebnisse sind für Deckenhöhen zwischen 2,4 m und 2,7 m anwendbar. Von Bedeutung ist noch die Abmessung des Esstischs, in der Simulation handelt es sich um einen Tisch mit 2 Meter Länge und 1 Meter Tiefe.

Die Lichtwirkung wird mithilfe einer Simulation ermittelt. Bei den Ergebnissen wird immer ein Normalbild einem Falschfarbenbild zur Seite gestellt. Das Falschfarbenbild zeigt dieselbe Ansicht wie das Normalbild, lässt aber die unterschiedlichen Helligkeiten im Raum durch die Einfärbung erkennen. Jede Farbe entspricht einer bestimmten Beleuchtungsstärke gemäß der angegebenen Skala. Im Esszimmer sind die geforderten Helligkeiten nicht so hoch wie in der Küche, daher wurde mit max. 400 Lux eine andere Skaleneinteilung gewählt als im ersten Teil bei der Küchenbeleuchtung.

Esstisch mit Blick zur KücheEsstisch mit Blick zur Küche in FalschfarbenFalschfarbenskala max. 400 Lux
Simulierter Essbereich mit Blick zur Küche, alle Leuchten angeschaltet, in Normalansicht und in Falschfarbendarstellung

Licht als Einrichtungselement im Esszimmer

Im Mittelpunkt steht in jedem Esszimmer der Esstisch selbst. Er ist der zentrale Treffpunkt und bietet für die schnelle Tasse Kaffee zu zweit ebenso Platz wie für das Familienessen im großen Kreis. Dafür bekommt er die an die Tischgröße angepasste richtige Beleuchtung. Die Esstischbeleuchtung alleine würde allerdings einen dunklen Raum und einen hellen Esstisch bedeuten. Ein für das Auge anstrengendes und insgesamt unbehagliches Ambiente. Gute Beleuchtung im Essbereich bietet im Hintergrund etwa ein Drittel der Helligkeit vom eigentlichen Essbereich. Daneben verbindet das Esszimmer im gezeigten Beispiel noch die Küche und das angrenzende Wohnzimmer, es sind also noch Wege zu beleuchten, auch wenn gerade niemand speist. Um die unterschiedlichen Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig wohnliches Licht zu zaubern, werden mehrere Beleuchtungsarten miteinander kombiniert.

Anforderungen

Laufweg: ca. 100 Lux am Fußboden, CRI 80

Esstisch: ca. 200 -300 Lux, CRI 90 oder größer

Hintergrund: im unmittelbaren Essbereich ca. 150 – 200 Lux, im Raumhintergrund ca. 50 Lux, CRI 80

Lichtfarbe: nach Geschmack, meist warm-weiß (ca. 3000K)

Die Einheit Lux (lx) bezeichnet die Beleuchtungsstärke, die auf einer Fläche erreicht wird.
Je größer der Wert, desto heller ist die Fläche.
CRI steht für Farbwiedergabeindex und sagt aus, ob Farben möglichst echt und natürlich wiedergegeben werden.
Je höher der Wert, desto besser ist die Farbwiedergabe.
Die Einheit Kelvin (K) bezeichnet als Farbtemperatur die Lichtfarbe.
Je höher der Wert, desto kälter (tageslichtähnlicher) ist das Licht.

Wie schon bei der Küche gibt es eine Allgemeinbeleuchtung, die Orientierung ermöglicht und den Weg zur Wohnzimmertür oder zur Küche beleuchtet. Am Esstisch sitzend sollte nicht nur der Tisch gut beleuchtet sein, auch der umgebende Raum benötigt eine gewisse Helligkeit, um dem Zimmer Tiefe und eine wohnliche Anmutung zu geben. Darüber hinaus strengt ein zu starker Kontrast zwischen hellem Tisch und dunklem Raum die Augen übermäßig an, sie ermüden dadurch schnell.

Eine sehr gute Farbwiedergabe für alle Farbtöne ist ein wichtiges Kriterium für eine Esstischleuchte, damit alle Gerichte und Zutaten real und schmackhaft aussehen. Die Lichtfarbe sollte auf die Lichtfarbe in der Küche abgestimmt sein, mit einem warm-weißen Licht um die 3000 Kelvin.

Aus diesen Anforderungen ergeben sich die möglichen Lichttechniken für die einzelnen Bereiche im Raum.

Möglichkeiten Lichttechnik

Allgemeinbeleuchtung für Laufwege und Hintergrundbeleuchtung: Halogen, LED oder Energiesparlampe / Leuchtstofflampe

Esstischleuchte: Halogen- oder LED-Leuchten

Um sowohl für die Laufwege als auch für eine wohnliche Grundbeleuchtung ein gutes Lichtdesign zu realisieren, wurden zwei Beleuchtungsarten verwendet. Einmal breit abstrahlende Deckenleuchten und zusätzliche Wandleuchten.

In der Simulation wurden als Deckenleuchten dieselben LED-Leuchten wie in einer der beiden Küchenvarianten verwendet. Für die Wandleuchten wurde Halogenlicht gewählt, die Esstischleuchte wiederum ist eine hochwertige LED-Leuchte.

Blickrichtung auf den Tisch und BodenBlickrichtung zum Tisch und Boden in FalschfarbenFalschfarbenskala max. 400 Lux
nur die Deckenleuchten sind angeschaltet

Wenn die Wohnküche gerade nicht benutzt wird und man kommt nach Hause, will in die Küche oder ins Wohnzimmer, dann werden mit den beiden Deckenleuchten die Laufwege von der Tür zur Küche und von der Tür zur Wohnzimmertür ausreichend beleuchtet. Schön zu sehen an dem L-förmigen blauen Bereich am Boden, der 100 Lux entspricht.

Lichtwirkung EsszimmerEsszimmer FalschfarbenbildFalschfarbenskala max. 400 Lux
Deckenleuchten und Esstischleuchte angeschaltet

Bei der Esstischleuchte selbst kommt es vor allem auf eine gleichmäßige Ausleuchtung des Tischs über die gesamte Länge in der richtigen Helligkeit an. Daher wird die Leuchte immer auf die Tischlänge abgestimmt. Im Falschfarbenbild erkennbar die geforderten 200-300 Lux auch im Randbereich, dort wo die Teller stehen. Bei diesem Bild sind nur die beiden Deckenleuchten und die Esstischleuchte angeschaltet. Der vordere Bereich des Raums weist auch im Hintergrund die passende Helligkeit auf, im hinteren Bereich Richtung Terrassentür und Theke wirkt es zu dunkel. Statt einer weiteren Deckenleuchte wurden Wandleuchten gewählt, um ein spannenderes Lichtdesign mit unterschiedlichen Lichtwirkungen zu kreieren. So erhellen die Wandleuchten nicht nur die Wände, sie verleihen den Wänden und auch der Zimmerdecke mit den erzeugten Lichtfeldern mehr Struktur als eine rein diffuse und vollkommen gleichmäßige Beleuchtung.

Beleuchtung Esszimmer Blick zur KuecheLichtdesign Esszimmer FalschfarbenFalschfarbenskala max. 400 Lux
Szenario „Essen“ ohne Deckenleuchten mit Blick zur Theke

Erkennbar wird die Lichtwirkung der Wandleuchten an den hellen Farben, die von der Leuchte jeweils nach unten und oben abstrahlen. Im Szenario „Essen“ wurden alle Leuchten einschließlich der Thekenbeleuchtung angeschaltet, die Deckenleuchten allerdings ausgeschaltet. Auch ohne die Deckenleuchten ist der Fußboden durch das Licht von Wand- und Esstischleuchten noch ausreichend sicher beleuchtet. Beim Tischdecken, wenn man noch häufig zwischen beiden Bereichen hin- und hergeht und edles Geschirr aus dem Sideboard holt, wäre es zu empfehlen, die Deckenleuchten noch einzuschalten. Diese Variante mit allen Leuchten angeschaltet entspricht dem ersten abgebildeten Bildpaar.

Lichtwirkung EsszimmerLichtwirkung Esszimmer FalschfarbenbildFalschfarbenskala max. 400 Lux
Szenario „Essen“ ohne Deckenleuchten mit Blick zur Wohnzimmertür

Dasselbe Szenario „Essen“ aus der Blickrichtung von der Theke zur Wohnzimmertür zeigt wiederum, zum Essen ist dieses Lichtdesign stimmig, auch der Hintergrund weist die richtige Helligkeit auf. Wer es noch einen Tick heller mag, nimmt die Deckenleuchten dazu oder stellt als Akzentbeleuchtung eine Tischleuchte auf das Sideboard.

am Tisch sitzendLichtwirkung FalschfarbenbildFalschfarbenskala max. 400 Lux
Szenario „Essen“ vom Esstisch zur Theke blickend

Blickt man am Esstisch sitzend in Richtung Küche, dann kann der Hintergrund leicht zu dunkel wirken, weil hier die Küchenbeleuchtung ausgeschaltet wurde. Als Abhilfe wurde die Thekenbeleuchtung dazu genommen, alternativ könnte auch eine der Arbeitsflächenbeleuchtung in der Küche angeschaltet werden. Dadurch wird der Raum erkennbar und es stellt sich kein Eindruck einer dunklen Höhle ein.

So wie in diesem Beispiel gezeigt, lohnt es sich bei der Lichtplanung von Esszimmern, jede Position und Blickrichtung durchzugehen und für jeden Gast am Tisch für eine gute Beleuchtung auch im Hintergrund zu sorgen.

Leuchten für das Esszimmer

In einer Wohnküche wie in dem gezeigten Beispiel sollten die Leuchten in Küche und Esszimmer gut aufeinander abgestimmt sein und bei den Deckenleuchten dieselben Leuchten wie in der Küche verwendet werden. Strahler in der Küche und Wandleuchten im Esszimmer aus derselben Produktfamilie würden die einheitliche Linie noch unterstreichen. Eine gezielte Kombination neuer Formen und Farben bringt dagegen durchaus gewollt etwas Spannung. Betrachten Sie das Licht und auch die Leuchten als Einrichtungselement, dessen Wirkung Sie im Einklang mit Ihrem Einrichtungsstil und den Möbeln bewusst gestalten sollten. Das gilt besonders für die Esstischleuchte, sie steht automatisch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Eine so zentrale Leuchte, an der Sie täglich Ihre Freude haben, ist eine wichtige Anschaffung, egal wie viel Sie dafür ausgeben.

Im Anschluss werden die in der Simulation verwendeten Leuchten kurz beschrieben. Ähnliche Leuchten bedeutet, diese Leuchten erfüllen im gezeigten Esszimmer ebenso die Anforderungen, auch wenn die Abstrahlung und Form der Leuchten von den in der Simulation verwendeten verschieden ist.

Verwendete Deckenleuchte

In der Simulation wurde die identische Leuchte wie für die Allgemeinbeleuchtung der Küche verwendet, um einen fließenden Übergang zu ermöglichen.

Supernova XS von Delta Light

Hersteller Delta Light
Leuchte SUPERNOVA XS 260
Leuchtmittel integrierte LED-Platine mit 15 Watt
Farbwiedergabe & Lichtfarbe Lichtfarbe 3000K (warm-weiß ähnlich einer Halogenlampe), keine Angabe zur Farbwiedergabe
Lichtstrom 1312 Lumen
Abstrahlung diffus, direktes Licht

 

Ähnliche Deckenleuchte

Für die Allgemeinbeleuchtung der Küche im Teil 1 wurden zwei Varianten gezeigt, eine davon die Leuchte Square von Tre Ci Luce, die auch hier im Essbereich vergleichbare Ergebnisse liefert.

Square von Tre Ci LuceLichtverteilungskurve Square von Tre Ci Luce
copyright by Tre Ci Luce

Hersteller Tre Ci Luce
Leuchte Square 32 C-W aus Polycarbonat mit elektronischem Vorschaltgerät (EVG)
Leuchtmittel 2 Stück Energiesparlampen mit je 18 Watt 2G11 (2G11 ist die Lampenart)
Farbwiedergabe & Lichtfarbe kann von Ihnen gewählt werden, Empfehlung: 830 als Angabe auf der Lampe bedeutet Farbwiedergabe CRI 80, Lichtfarbe 3000K (warm-weiß ähnlich einer Halogenlampe)
Lichtstrom 2400 Lumen
Abstrahlung diffus, direktes und indirektes Licht
Anmerkung bitte bei Leuchten mit Energiesparlampen und Leuchtstofflampen immer Leuchten mit elektronischem Vorschaltgerät (EVG) kaufen

Verwendete Wandleuchten

Bei den Wandleuchten in der Simulation handelt es sich um SHY CUP WALL DUO von TOBIAS GRAU mit zwei Halogenstrahlern, einmal nach unten und einmal nach oben gerichtet.

Wandleuchte SHY CUP WALL DUOLichtverteilungskurve SHY CUP WALL DUO

copyright by TOBIAS GRAU

Hersteller TOBIAS GRAU
Leuchte SHY CUP WALL DUO
Leuchtmittel 2 Stück Hochvolt-Halogen GU10 50W, 25°
Farbwiedergabe & Lichtfarbe Farbwiedergabe und Lichtfarbe über die Halogenlampe festgelegt CRI 90-100, Lichtfarbe ca. 3000 K
Lichtstrom 2 x 465 Lumen
Abstrahlung gerichtetes Licht, in einem Öffnungswinkel von 25° abstrahlend

Ähnliche Wandleuchten

Ein ähnliches Licht wie die gezeigten Hochvolt-Halogen Wandleuchten liefern LED-Wandleuchten sofern sie ausreichend Lichtstrom aufweisen. Zwei empfehlenswerte sind die FLOS Clessidra und die Leuchte Lino von XAL. Clessidra enthält die neueste LED-Technik und formt das Licht mit Hilfe einer Linse. Dagegen strahlt die Wandleuchte Lino das Licht breiter nach oben und unten ab.

Hersteller FLOS
Leuchte Clessidra
Leuchtmittel LED
Farbwiedergabe & Lichtfarbe Farbwiedergabe CRI 80, Lichtfarbe 3000K (warm-weiß ähnlich einer Halogenlampe)
Lichtstrom 2 x 600 Lumen
Abstrahlung gerichtetes Licht in einem Winkel von 20° oder 40° (40° empfohlen) abstrahlend

LED-Wandleuchte Lino von XAL

Hersteller XAL
Leuchte Lino 350
Leuchtmittel LED
Farbwiedergabe & Lichtfarbe keine Angabe zur Farbwiedergabe, Lichtfarbe 3000K (warm-weiß ähnlich einer Halogenlampe) oder 4000K (neutral-weiß) erhältlich
Lichtstrom 2 x 520 Lumen
Abstrahlung direkt / indirekt

 

Verwendete Esstischleuchte

Inzwischen gibt es Esstischleuchten mit LED-Technik in allen Preisklassen, die längst den Kinderschuhen entwachsen sind. Eine gute Esstischleuchte liefert warm-weißes Licht mit einer Farbwiedergabe von ca. 90. Ein Beispiel dafür ist die Leuchte Long & Hard von FLOS.

 

Esstischleuchte Long&Hard von Flos
copyright by FLOS

Hersteller FLOS
Leuchte Long & Hard
Leuchtmittel LED
Farbwiedergabe & Lichtfarbe Farbwiedergabe CRI 93, Lichtfarbe 2700K (warm-weiß ähnlich einer Glühlampe)
Lichtstrom 1260 Lumen
Abstrahlung direktes Licht nach unten

 

Ähnliche Esstischleuchten

Eine LED-Esstischleuchte mit besonders guter Farbwiedergabe ist die LEDy von STENG LICHT. Für den Tisch mit zwei Metern Länge liefert die LEDy 140 eine gleichmässige Ausleuchtung.

LEDy von STENG LICHT
copyright by STENG LICHT

Hersteller STENG LICHT
Leuchte LEDy 140
Leuchtmittel LED
Farbwiedergabe & Lichtfarbe Lichtfarbe 2800K (warm-weiß ähnlich einer Halogenlampe), CRI 95
Lichtstrom 1387 Lumen
Abstrahlung direktes Licht

 

Wer der LED-Technik noch nicht traut oder nichts Passendes findet, dem bleiben als Alternative bewährte und formschöne Halogenleuchten wie zum Beispiel die Leuchte EMMA von TOBIAS GRAU. Diese Art von Leuchten gibt es als eine Einheit mit mehreren Pendeln oder wie für die Leuchte EMMA möglich, als Schienenlösung, bei der der Abstand für die große Festtafel angepaßt werden kann.

Pendelleuchte EMMALichtverteilungskurve EMMA
copyright by TOBIAS GRAU

Hersteller TOBIAS GRAU
Leuchte EMMA
Leuchtmittel Hochvolt-Halogen G9 75W
Farbwiedergabe & Lichtfarbe Farbwiedergabe und Lichtfarbe über die Halogenlampe festgelegt CRI 90-100, Lichtfarbe ca. 3000 K
Lichtstrom je Pendel 1050 Lumen
Abstrahlung direktes und indirektes Licht
Anmerkung 3 Pendelleuchten in einer Schiene installiert, Abstand von Leuchte zu Leuchte je 50 cm

Übertragung auf andere Leuchten

Anhand dieser beispielhaften Lichtplanung wurden einige sehr gut geeignete Leuchten gezeigt, Ihre Wunschleuchten werden sicher andere sein. Worauf sollten Sie achten, wenn Sie in Ihrem Esszimmer ein wohnliches Lichtdesign erreichen wollen?

Zuallererst die Esstischleuchte. Sie ist immer im Blickfeld, ihr Design sollte Ihnen Freude bereiten, immer wenn Sie ins Auge fällt, also sehr oft. Lichttechnisch wird die Esstischleuchte eher einfach auszuwählen sein, weil die gängigen Esstischleuchten auf die üblichen Tischabmessungen ausgelegt sind und es Hinweise und Ratgeber von vielen Herstellern gibt. Für große, lange Tische wie den im Beispiel gezeigten 2 Meter – Tisch eignen sich am besten längliche Leuchten oder mehrere Pendel nebeneinander. Wer darüber hinaus auch für einen Ausziehtisch oder die große Tafel gewappnet sein will, kann die Pendelleuchten auch auf einer Schiene montieren und dann zum Fest die Abstände vergrößern. Damit es nicht zu dunkel wird, sollten Sie beim Esstisch wie bei allen anderen Leuchten immer auf den Lichtstrom und die Lichtverteilung achten. Wenn Sie eine Esstischleuchte für einen 2 Meter-Tisch suchen, können Sie den Lichtstrom und die Lichtverteilungskurve der Flos Hard & Long oder der in diesem Raum vergleichbaren Tobias Grau Anna Trio als Anhaltspunkt nehmen und vergleichen, ob Ihre Wunschleuchte ähnlichen Lichtstrom und eine ähnliche Lichtverteilungskurve aufweist. In späteren Beiträgen werden noch weitere Formen und Lichtverteilungen für Esstischleuchten, auch für kleine Tische vorgestellt.

Für die Deckenleuchten gilt es ebenso, den Lichtstrom und die Lichtverteilungskurven zu vergleichen, wenn Sie Ihre individuelle Leuchte auswählen. Dies ist insbesondere bei LED Leuchten wichtig, ein Umrechnen in alte Glühbirnenleistungen würde ich nicht empfehlen, weil es zu ungenau ist.

Bei den Wandleuchten, die ähnlich wie die Esstischleuchte im Blickfeld liegen, sind noch die unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten erwähnenswert. Es gibt Leuchten, die Halogenstrahler oder LED kombiniert mit Linsen oder Reflektoren einsetzen und den Großteil des Lichts wie im Beispiel gerichtet nach oben und/oder unten abgeben. Ähnliche Leuchten mit breiter Abstrahlung strahlen die Wand großflächiger, nach oben und/oder unten an. Die dritte gängige Form sind in alle Richtung diffus abstrahlende Wandleuchten aus satiniertem Kunststoff oder Glas. Diese geben im Unterschied zu den ersten beiden auch Licht nach vorne ab, von der Wand weg in den Raum hinein. Alle diese Formen sind für das gezeigte Beispiel geeignet, die Lichtverteilungskurven unterscheiden sich jedoch stark und sind nur zum Vergleich geeignet, wenn Sie Wandleuchten desselben Typs betrachten. Daher sollten Sie vor allem den Lichtstrom der Wandleuchte zum Vergleich heranziehen.

Noch ein Wort zu Farbwiedergabe und Lichtfarbe: Bitte vergleichen Sie Ihre Wunschleuchte nochmal mit den angegebenen Anforderungen an das Lichtdesign. Die Lichtfarbe sollte im gesamten Raum einheitlich sein, die Farbwiedergabe am Esstisch am höchsten.

Anleitung für Ihr individuelles Lichtdesign im Esszimmer

Wenn Sie Teile des gezeigten Lichtdesigns auf Ihr Esszimmer übertragen wollen, benötigen Sie die Zimmerabmessungen. Zeichnen Sie Ihre Situation mit der Einrichtung auf und sehen Sie sich an, wo es Stromauslässe und Steckdosen gibt. Erfassen Sie auch die Deckenhöhe, die gezeigte Lichtplanung gilt für Deckenhöhen von 2,4m bis 2,7m.

Bei der Allgemeinbeleuchtung mit den Deckenleuchten und Wandleuchten kommt es auf die Grundfläche und die Oberflächen an. Das Beispiel wurde mit weißen Wänden und Zimmerdecke und hellem Parkett simuliert. Bei dunklen Oberflächen wird mehr Licht benötigt, weil es schlechter reflektiert wird. Als ungefähre Abschätzung kann bei gleichen Oberflächen wie in der Simulation davon ausgegangen werden, dass ein um die Hälfte größerer Raum auch um 50% mehr Licht für die Allgemeinbeleuchtung benötigt. Wenn Sie Laufflächen wie im Beispiel zur Küche und zur Wohnzimmertür haben, sollte sich die Position der Deckenleuchten daran orientieren. Wo die Wandleuchten angebracht werden, hat viel mit der Möblierung zu tun. Trotzdem sollten die Leuchten für die Allgemeinbeleuchtung, also die Decken- und Wandleuchten, gleichmäßig im Raum verteilt werden.

Problemstellung zu wenig Stromauslässe

Gerade Wandleuchten werden oft gescheut, wenn keine passenden Stromauslässe vorhanden sind. Es gibt allerdings auch Wandleuchten mit Kabel, die an die Steckdose angeschlossen werden. Dabei ist natürlich wichtig, ob auch eine Steckdose in der Nähe ist. Alternativ könnte auch noch eine Tisch- oder Stehleuchte eine ähnliche Funktion wie eine Wandleuchte übernehmen. Zumindest als Ergänzung wäre dies zu empfehlen. Bei einem großen Raum wie dem gezeigten auf viele Stehleuchten zu setzen würde schlicht ein Stell- und Stolperproblem darstellen. Eine Stehleuchte in der Raumecke zwischen Bank und Terrassentür könnte eine gute Lösung sein.

Wenn Sie statt Stromauslässen an der Wand nur Deckenauslässe haben, dann können Sie Wände auch mit Strahlern auf einer Schiene beleuchten. Die Strahler sollten etwa 50 cm von der Wand entfernt angebracht sein und die Wand anstrahlen. Allgemein in den Raum hineinzustrahlen würde bei einem so vielfältig genutzten Raum wie der Wohnküche zu sehr blenden und eine unruhige Lichtverteilung zur Folge haben.