Freundlicher Empfang – gutes Lichtdesign im Eingangsbereich

Ein schön beleuchteter Haus- oder Wohnungseingang freut den Wohnungsbesitzer beim Heimkommen und bietet Besuchern einen angenehmen ersten Eindruck. In diesem Artikel wird eine typische Diele, wie sie in vielen Häusern oder Wohnungen vorkommt, beleuchtet. Der Raum ist kompakt, auf einer Seite mit Garderobenmöbeln eingerichtet und neben der Eingangstüre führen zwei weitere Türen in angrenzende Wohnbereiche. Vier alternative Lichtdesigns mit unterschiedlichen Leuchtenarten werden gezeigt und verglichen.

Raum und Simulation

Die Diele misst 1,8 m x 2,2 m und ist 2,7 m hoch, die Ergebnisse können auch für Deckenhöhen zwischen 2,4 m und 2,8 m verwendet werden. Zur Veranschaulichung der Lichtdesign-Varianten ist der Grundriss für die unterschiedlichen Leuchtenarten mehrfach dargestellt, um die jeweilige Position der Leuchten zu zeigen.

Grundriss Diele

Bei der Lichtplanung geht es darum, Licht in der richtigen Menge auf die jeweiligen Oberflächen wie den Fußboden, die Wände, die Decke zu bringen. Die Lichtverteilung im Raum entscheidet darüber, wie der Raum wirkt. Eine beleuchtete Zimmerdecke wirkt höher als eine dunkle und unbeleuchtete, die eher drückend wirkt. Je nach Raumgröße und -einrichtung wird mit den Möglichkeiten des Lichtdesigns gearbeitet, wird der Raum mit Licht gestaltet und eingerichtet.

Den besten Eindruck, wie der Raum beleuchtet wird, bieten Falschfarbenbilder. Dafür wird nach einer 3-dimensionalen Modellierung und einer lichttechnischen Simulation das Simulationsergebnis eingefärbt dargestellt. Mit Hilfe einer Farbskala kann auf einen Blick bewertet werden, welche Stellen im Raum welche Helligkeit aufweisen.

Einrichten mit Licht in der Diele

Um diese Diele angenehm zu beleuchten, sollte neben einer sicheren Beleuchtung des Fußbodens auch auf die Wände geachtet werden. Gerade bei kleinen Räumen wirken dunkle Wände eher verengend, während helle den Raum weiter erscheinen lassen. Auch die Wohnungseingangstür und die gegenüberliegende Tür zum Hauptwohnbereich sollten gut beleuchtet sein. Es wirkt angenehmer, ins Helle zu gehen, als eine dunkel erscheinende Tür zu öffnen. Und natürlich sollte auch der Garderobenbereich zum Aufhängen von Jacken oder zum Verstauen von Schuhen genügend Licht erhalten.

Lichttechnik und Helligkeit

Prinzipiell sind wie für alle anderen Wohnbereiche auch für die Diele die drei Lichttechnikarten Halogen, Energiesparlampe, LED geeignet.

In der Diele sollte eine mittlere Helligkeit von ca. 100 Lux erreicht werden, im Hintergrundbereich etwa 50 Lux.
Bei der Lichtfarbe ist einheitlich für den gesamten Wohnbereich dieselbe Lichtfarbe zu empfehlen.
Meist wird ein warm-weißes Licht ähnlich der Halogenlampe mit ca. 3000 Kelvin bevorzugt.
Die Farbwiedergabe sollte mind. CRI 80 oder höher betragen.

Die Einheit Lux (lx) bezeichnet die Beleuchtungsstärke, die auf einer Fläche erreicht wird.
Je größer der Wert, desto heller ist die Fläche.
CRI steht für Farbwiedergabeindex und sagt aus, ob Farben möglichst echt und natürlich wiedergegeben werden.
Je höher der Wert, desto besser ist die Farbwiedergabe.
Die Einheit Kelvin (K) bezeichnet als Farbtemperatur die Lichtfarbe.
Je höher der Wert, desto kälter (tageslichtähnlicher) ist das Licht.

Werden Halogenlampen verwendet, muss nur auf die geeignete Lichtmenge zur Erreichung der geforderten Helligkeit geachtet werden. Lichtfarbe (ca. 3000 Kelvin) und Farbwiedergabe (CRI 90-100) sind durch die Lichttechnik festgelegt. Allerdings werden ein Großteil der Halogenlampen bis 2016, ähnlich wie vorher die Glühlampe, verboten werden. Details dazu finden Sie in der Rubrik Lichttechnik.
Auch mit LED- oder Energisparlampen ist schönes und angenehmes Licht möglich, hier sollte neben der Lichtmenge noch auf die Lichtfarbe und die Farbwiedergabe geachtet werden, um wohnliches Licht zu erhalten. Empfehlenswert sind Lampen mit der Bezeichnung 830 oder 930, dabei steht die Ziffer 8 bzw. 9 für Farbwiedergabe CRI 80 bzw. 90 und die Ziffern 30 für die Lichtfarbe 3000 Kelvin.

Lichtdesign Diele – vier Alternativen

Obwohl der Raum einfach, weil klein und kompakt wirkt, ist er mit der Garderobeneinrichtung und den vielen Türen nicht so einfach mit Licht in Szene zu setzen. Um Ihnen einen guten Vergleich zu ermöglichen, werden vier Alternativen gezeigt, die sich in der Lichtverteilung und in der Art der Leuchten unterscheiden:

  • eine zentrale Deckenleuchte
  • eine zentrale Pendelleuchte
  • drei Strahler
  • eine lineare LED-Leuchte

Eine zentrale Deckenleuchte

Hierfür wurde eine direkt an der Decke montierte Aufbauleuchte mit LED-Technik (DISC-O vom Hersteller XAL) verwendet. Sie verteilt das Licht breit nach unten abstrahlend. Wie breit abstrahlend die Lichtverteilung ist, sieht man an den helleren (im Falschfarbenbild leicht grünlichen) Flecken an den Türen. Hier geht man beim Eintreten in den nächsten Raum also wirklich hin zu einer hellen Tür. Der Fußboden ist wegen der nur nach unten gerichteten Abstrahlung am hellsten beleuchtet, aber auch die Zimmerdecke bekommt genügend Licht und wirkt dadurch höher. Diese Variante könnte auch mit einer in die Decke eingelassenen Einbauleuchte realisiert werden.

Lichtdesign Flur mit Leuchte DISC OLichtdesign Flur in Falschfarben
Flurbeleuchtung mit einer zentralen Deckenleuchte (es gilt die Farbskala wie im nächsten Bild)

Lichtdesign Flur von der EingangstürLichtdesign Flur in FalschfarbenFalschfarbenskala max. 400 Lux
Flurbeleuchtung von der Eingangstüre aus gesehen, mit einer zentralen Deckenleuchte

Leuchte DISC-O von XAL
copyright ©XAL GmbH

Hersteller XAL
Leuchte DISC-O 260
Leuchtmittel integrierte LED, 13 Watt
Farbwiedergabe & Lichtfarbe in Lichtfarbe 3000 K (warm-weiß) oder 4000 K (neutral-weiß) erhältlich; nur allgemeine Angabe zur Farbwiedergabe als „hohe Farbwiedergabe“
Lichtstrom 840 Lumen
Abstrahlung direkt, breit abstrahlend

Eine zentrale Pendelleuchte

Das Lichtdesign mit zentraler Pendelleuchte ähnelt der ersten Variante. Der wesentliche Unterschied ist der indirekte Lichtanteil, erkennbar durch die farbigen Ringe (von weiß bis blau) an der Decke im Falschfarbenbild. Der größere Teil des Lichts wird nach unten abgestrahlt, aber eben anders als bei der Deckenleuchte in der ersten Variante auch ein Teil indirekt nach oben an die Zimmerdecke. Dieses indirekte Licht wird dort teilweise reflektiert und diffus in den Raum zurückgestrahlt. Weil indirekte Beleuchtung weniger effizient ist als direkte Beleuchtung, ist die Grundhelligkeit in der Diele jetzt niedriger als in der ersten Variante, wenn auch noch ausreichend. Auch diese Leuchte verteilt das Licht so, dass auch die Türen in der oberen Hälfte eine Aufhellung erhalten. Die Pendelleuchte Doo-Wop vom Hersteller Louis Poulsen wurde mit einer Pendellänge von 30 cm simuliert.

Lichtdesign Diele mit Pendelleuchte Doo WopLichtdesign Diele mit Pendelleuchte - Falschfarbenbild
Flurbeleuchtung mit einer zentralen Pendelleuchte (es gilt die Farbskala wie im nächsten Bild)

Lichtdesign Flur mit Pendelleuchte Doo WopLichtdesign Flur mit Pendelleuchte in FalschfarbenFalschfarbenskala max. 400 Lux
Flurbeleuchtung von der Eingangstüre aus gesehen, mit einer zentralen Pendelleuchte

Leuchte Doo Wop von Louis Poulsen
copyright by Louis Poulsen

Hersteller Louis Poulsen
Leuchte Doo-Wop
Leuchtmittel max. 60W, E27: LED-, Halogen- oder Energiesparlampe
Farbwiedergabe & Lichtfarbe bei LED- und Energiesparlampe auf gute Farbwiedergabe (mind. CRI 80 oder höher) und die gewünschte Lichtfarbe achten: z.B. 830 (CRI 80, Lichtfarbe 3000 Kelvin) oder 930 (CRI 90, Lichtfarbe 3000 Kelvin) verwenden
Lichtstrom simuliert mit 12W-LED-Lampe und 800 Lumen
Abstrahlung direktes und indirektes Licht


Louis Poulsen – Doo-Wop
Pendelleuchte

Drei Strahler

Sehr beliebt sind Strahler auf Schienensystemen, als Kombination mehrerer Strahler in einer Leuchte oder einzeln. Das dritte Lichtdesign verwendet drei Einzelstrahler an der Decke montiert. Vergleichbare Ergebnisse würden Deckeneinbaustrahler mit ähnlicher Lichtverteilung und Lichtstrom liefern. Die Strahler sind im Abstand von je 50 cm von der Wohnungseingangstür und der gegenüberliegenden Tür montiert, der Abstand der Leuchten untereinander beträgt 60 cm.

Die Zimmerdecke ist jetzt deutlich dunkler als in den ersten beiden Lichtdesigns. Allerdings erhalten sowohl die Wände als auch der Fußboden ausreichendes und gleichmäßiges Licht. Dafür ist ein weiter Abstrahlwinkel erforderlich, im gezeigten Fall sind es 60 bis 70°.

Lichtdesign Flur mit drei StrahlernLichtdesign Flur mit drei Strahlern in Falschfarben
Flurbeleuchtung mit drei Strahlern (es gilt die Farbskala wie im nächsten Bild)

Lichtdesign Flur mit drei Strahlern von der Eingangstüre gesehenLichtdesign Flur mit drei Strahlern in FalschfarbenFalschfarbenskala max. 400 Lux
Flurbeleuchtung von der Eingangstüre aus gesehen, mit drei Strahlern

Leuchte WAN von FLOS
copyright by FLOS

Hersteller FLOS
Leuchte WAN
Leuchtmittel Halogenlampe max. 33 Watt, Sockel G9
Farbwiedergabe & Lichtfarbe Farbwiedergabe (CRI 90-100) und Lichtfarbe (ca. 3000 Kelvin) sind durch die Halogentechnik festgelegt
Lichtstrom 460 Lumen (je Leuchte)
Abstrahlung direkte Abstrahlung


FLOS-WAN
Halogen-Deckenleuchte

Lineare LED-Leuchte

Mit dem vierten Lichtdesign suchte ich nach einer Lösung, bei der die Wände des kleinen Raums von oben nach unten mit Licht geflutet werden. Das Ziel war, den schmalen Flur optisch zu weiten. Zu diesem Zweck wirft eine lineare LED-Leuchte (es könnte auch eine Leuchtstofflampe sein) das gesamte Licht nach oben. Die Reflektion an der Zimmerdecke führt dazu, dass jeweils das obere Drittel der Wände deutlich aufgehellt wird.

Lichtdesign Flur mit linearer BeleuchtungLichtdesign Eingang mit linearer Leuchte in Falschfarben
Flurbeleuchtung mit linearer LED-Leuchte (es gilt die Farbskala wie im nächsten Bild)

Beleuchtung im Flur mit linearer LED-LeuchteLichtdesign im Flur mit LED-Leuchte in FalschfarbenFalschfarbenskala max. 400 Lux
Flurbeleuchtung von der Eingangstüre aus gesehen, mit linearer LED-Leuchte

Thin LED von FLOS
copyright by FLOS

Hersteller FLOS
Leuchte THIN LED 1034MM
Leuchtmittel integrierte LED, 19 Watt
Farbwiedergabe & Lichtfarbe Farbwiedergabe CRI 85
Lichtfarbe 3000 Kelvin
Lichtstrom 1005 Lumen
Abstrahlung indirektes Licht
Anmerkung externer Transformator muss separat bestellt und installiert werden

Übertragen auf Ihr Lichtdesign Zuhause

Beim Übertragen der Ergebnisse müssen Raumgröße und Oberflächen verglichen werden. Der gezeigte Flur wurde mit weißen Wänden und Decke und hellgrauen Fliesen als Bodenbelag simuliert. Ist Ihre Diele größer oder kleiner, benötigen Sie entsprechend mehr oder weniger Lichtstrom von allen Leuchten im Flur. Dunkle Wände, Decke, Bodenbelag oder Möbel erfordern mehr Licht als im Beispiel gezeigt, weil dann das Licht weniger gut reflektiert wird.

Beim Vergleich der vier Varianten wird deutlich, wie derselbe Flur mit den unterschiedlichen Leuchten beleuchtet wird. Die gelben Linien im nächsten Bild veranschaulichen die Lichtverteilung.

Lichtdesign Diele - vier Alternativen
Lichtdesign Diele – die vier Varianten im Vergleich

Welche Variante wofür

Doch welche Variante eignet sich jetzt wofür? Die zentrale Deckenleuchte ist eine Art Allroundlösung, besonders eignet sich dieses Lichtdesign bei dunklen Wänden und dunklerem Boden als im Beispiel, weil die Grundhelligkeit höher ausfällt.

Die Pendelleuchte eignet sich nur, wenn Sie eine helle und schön anzusehende Decke haben, die auch wieder gut Licht zurückwirft und wenn der Raum nicht zu hoch ist.
Dagegen ist die Strahlerlösung besonders für hohe Räume geeignet. Sie benötigen keine optische Anhebung mehr, statt dessen sollte genug Licht auf den Fußboden fallen, was bei dieser Lösung der Fall ist.
Die indirekte Beleuchtung mit der linearen LED-Leuchte ist für niedrige Raumdecken zu empfehlen. Auch hier sollte die Decke hell und gut reflektierend sein.

Lichtdesign mit anderen Leuchten

Zum Übertragen der Ergebnisse auf andere Leuchten als die im Beispiel gezeigten, sollten als Annäherung Lichtstrom und Lichtverteilung verglichen werden. Der Lichtstrom ist ein Wert, der bei allen Leuchten im Artikel genannt wurde. Zusätzlich sollten Sie sich auf der Homepage der Hersteller die Lichtverteilungskurve der angegebenen Leuchten ansehen. Dabei handelt es sich um eine 2-dimensionale Darstellung ähnlich den gelben Linien im vorangegangenen Bild, die die Lichtverteilung symbolisiert. Wenn Sie nun Ihre Wunschleuchte mit den gezeigten Ergebnissen vergleichen wollen, sehen Sie sich zuerst an, ob es sich um einen ähnlichen Lichtstrom handelt. Bei einem Flur mit dunklem Bodenbelag sollte der Wert höher ausfallen. Dann legen Sie die Lichtverteilungskurven der verwendeten Leuchte und ihrer Wunschleuchte übereinander. Deckungsgleich werden diese Kurven kaum sein, weil jede Leuchte das Licht anders verteilt. Form und Fläche sollten nur etwa 10-20% abweichen, um noch von einem vergleichbaren Ergebnis sprechen zu können. Weist Ihre Wunschleuchte einen deutlich geringeren Lichstrom auf, können Sie auch mehrere Leuchten, wie bei den drei Strahlern, kombinieren und so wieder die erforderliche Helligkeit erreichen.